
"Wir haben noch leichte Probleme, aber bis zum Pokalspiel gegen Wehen und zum Bundesligastart kriegen wir das hin. Allerdings wird es für morgen ziemlich knapp", sagte VfB-Cheftrainer Armin Veh bei der heutigen Pressekonferenz vor dem Ligapokal-Halbfinalspiel am morgigen Mittwochabend (20.30 Uhr, Gottlieb-Daimler-Stadion) gegen den FC Bayern München und nahm damit Bezug auf die weiterhin angespannte Personalsituation. Matthieu Delpierre, Serdar Tasci und Yildiray Bastürk werden sicher nicht auflaufen, wenngleich die beiden Letztgenannten auf dem Weg der Besserung seien. Ein Fragezeichen steht hinter Thomas Hitzlsperger, der gestern erstmals wieder mit dem Team trainierte, Sami Khedira, der nach seiner Kapselverletzung am Sprunggelenk schmerzfrei ist, und Mario Gomez, der mit einer Oberschenkelverhärtung zu kämpfen hat.
Schlagkräftige Truppe zur Verfügung
Zudem haben Ewerthon, Pavel Pardo und Ricardo Osorio Trainingsrückstand und kommen, wenn überhaupt, dann wohl nur für einen Kurzeinsatz in Frage. "Sie brauchen noch etwas Zeit, so dass morgen sicher nicht die Mannschaft auf dem Platz stehen wird, die beim Saisonstart aufläuft. Es bringt sicher nichts, jetzt bei irgendjemand ein Risiko einzugehen. Das könnte man machen, wenn es das entscheidende Spiel um die Deutsche Meisterschaft wäre. Das heißt jedoch nicht, dass wir das Spiel locker nehmen, aber wir haben mit Problemen zu kämpfen, die diesem Spiel nicht gerecht werden", ließ der VfB-Coach wissen. Trotzdem stünde noch immer eine schlagkräftige Truppe zur Verfügung. "Wir wollen wie schon gegen Boleslav und Lazio Rom was zeigen und unser Bestes geben", versprach Armin Veh trotz der Personalsorgen volles Engagement gegen den Rekordsieger des Ligapokals.
Bremen war nicht frisch
Der Auftritt der Münchner im Ausscheidungsspiel gegen Bremen hat Veh indes nicht schocken können. "Es ist immer auch die Frage, wo die Mannschaften in der Vorbereitung den Schwerpunkt gelegt haben. Bremen war nicht frisch und dann sieht man selbst gegen einen Oberligisten an so einem Tag schlecht aus. Man sollte halt nicht vergessen, dass die Vorbereitung auf eine komplette Halbserie ausgerichtet ist und eben nicht auf ein einzelnes Spiel zu Beginn. Deshalb will ich diese Partie auch nicht groß bewerten. Denn ich glaube, dass im normalen Fußballleben auch Dortmund nicht unbedingt 4:0 gegen Rom gewinnt", erklärte Armin Veh. Dass es beim Duell des amtierenden Meisters gegen den Rekordmeister auch ums Prestige geht, ist dem VfB-Coach indes sehr wohl bewusst, weshalb er auch versicherte. "Natürlich wollen wir morgen, wenn es irgendwie geht, gewinnen. Aber man muss auch die Bedingungen sehen, auch wenn das jetzt keine Ausrede sein soll. Denn das Spiel interessiert in drei Wochen niemanden mehr."
"Gut für die Liga"
Insgesamt sieht Veh den morgigen Kontrahenten nicht nur im Ligapokal, sondern auch in der kommenden Saison als Favoriten an. "Das sehe nicht nur ich so und ich bin sicher, dass sich die Bayern dieser Rolle auch stellen werden. Sie haben einige Spieler für ein sehr hohes Ablösevolumen verpflichtet. Ich denke, dass das gut für die Bundesliga ist, auch wenn man sagen muss, dass der Favorit nicht immer sein Ziel erreicht. Ich bin jedenfalls davon überzeugt, dass es eine interessante Saison werden wird", befürchtet Armin Veh keinen Münchner Alleingang, kam aber am Ende der Pressekonferenz nicht umhin, einen der Neuzugänge des FC Bayern herauszuheben: "Einen Franck Ribéry sehe ich sehr gerne spielen, auch wenn ich ihn natürlich lieber hier hätte. Trotzdem freue ich mich auf ihn, denn ein Mann seiner Klasse muss ja nicht immer in Spanien, Italien oder England spielen."