
Innerhalb von nur fünf Tagen präsentierte der VfB auf einer Pressekonferenz im Hotel Le Meridien seinen zweiten namhaften Neuzugang. Trotz verpassten Anschlussfluges aus Frankfurt und verloren gegangenem Koffer erschien Pavel Pogrebnyak in Begleitung einer Dolmetscherin gut gelaunt zusammen mit Vorstand Sport Horst Heldt und Cheftrainer Markus Babbel. Dementsprechend erfreut zeigte sich dann auch Horst Heldt, der sich nach den beiden Neuverpflichtungen nun vermehrt um die Vertragsverlängerungen einiger Spieler kümmern möchte. "Nachdem Pavel ja schon am Sonntag da war und nun noch einige Formalitäten in St. Petersburg erledigen musste, freue ich mich, dass er jetzt hier ist. Pavel entspricht genau dem Stürmerprofil, nach dem wir gesucht haben. Wir haben uns schon seit einem Jahr mit ihm beschäftigt, erst recht, als wir ihn bei den UEFA-Cup Begegnungen gegen uns live haben spielen sehen", sagte Horst Heldt und beschrieb die Vorgehensweise mit dem Stürmerstar des UEFA-Cup Siegers von 2008, Zenit St. Petersburg: "Als wir erfahren haben, dass Pavel die Vertragsverlängerung von St. Petersburg abgelehnt hat, haben wir gleich Kontakt aufgenommen und zugeschlagen."
"Pavel ist nach Alex der zweite Hochkaräter"
Auf die Nachfrage, ob die erst kurz vor Saisonbeginn erfolgte Verpflichtung ein Problem sei, stellte Horst Heldt klar: "Pavel ist ein sehr guter Fußballer und steht voll im Saft, da die Saison in Russland schon seit langem läuft. Daher ist es ein kalkulierbares Risiko. Außerdem braucht jeder Fußballspieler eine gewisse Eingewöhnungszeit." Die möchte Markus Babbel seinem neuen Angreifer geben, weshalb er sich einen Einsatz des 1,88 Meter großen Torjägers am Freitag im Eröffnungsspiel gegen Wolfsburg offen hält. "Wir schauen, wie er sich fühlt und wie fit er ist, aber im Hinterkopf habe ich ihn auf jeden Fall." Über den 25-Jährigen sagte Markus Babbel: "Pavel ist ein wichtiger Neuzugang, und er ist anders, als meine drei bisherigen Stürmer. Er ist ein dynamischer Brecher, groß und ein sogenannter Targetplayer", so der VfB-Cheftrainer, der sogleich die Qualität seines Kaders lobte: "Pavel ist nach Alex Hleb schon der zweite Hochkaräter. Damit sind wir in der Breite sehr gut besetzt und ich denke, dass wir jetzt unsere Aufgaben in der Liga, im Pokal und in der Qualifikation für die Champions League gut erfüllen können."
"Froh, dass Alex Hleb beim VfB ist"
Der Meinung ist auch Pavel Pogrebnyak, der die Bundesliga ob ihrer tollen Fans und schönen Stadien lobte und dies als einen Grund für seinen Wechsel nach Stuttgart anführte. "Außerdem ehrt es mich, dass der Trainer des VfB mit mir zusammen arbeiten möchte und ich möchte mich bei allen Menschen bedanken, die diesen Wechsel ermöglichten", sagte der russische Nationalspieler. Tipps über Deutschland, die Liga und den deutschen Fußball holte sich Pogrebnyak unter anderem bei seinem ehemaligen Mannschaftskameraden bei St. Petersburg, Fernando Meira, und bei Bayern-Neuzugang Anatoliy Tymoshchuk. "Ich bin auch froh, dass Alex Hleb beim VfB ist. Er wird mir am Anfang sicher helfen können. Aber ich werde versuchen, möglichst schnell deutsch zu lernen", versprach er lächelnd. Von einem Vergleich mit Mario Gomez hält Pavel Pogrebnyak indes nicht viel: "Ich bin kein zweiter Mario Gomez, sondern ich bin hier, um zu arbeiten und um meine Stärken einzubringen." Ebenso selbstbewusst klang auch seine Zielvorgabe mit dem VfB: "Ich möchte mit Stuttgart um Platz eins spielen und denke, dass wir das auch schaffen werden." Die Fans können sich jedenfalls freuen auf diesen "dynamischen Brecher" aus der Zarenstadt St. Petersburg.