Bundesliga, 06.12.2009

"Ich verlange Leidenschaft"

Noch am Abend erschienen VfB-Präsident Erwin Staudt, und die Vorstandsmitglieder Ulrich Ruf und Horst Heldt, um den neuen Trainer des VfB vorzustellen. Als Erstes ergriff Erwin Staudt das Wort. "Wir haben im Jahr 2009 ein Wechselbad der Gefühle durchlebt. Bis zum Sommer hatten wir allen Grund, uns über das Erreichen der Champions League zu freuen. Dafür bin ich Markus Babbel und seinem Trainerteam sehr dankbar. Aber in der neuen Saison haben wir trotz aller Bemühungen keinen Erfolg gehabt. Jedoch haben wir etwas versucht, was bei anderen Bundesligavereinen nicht normal ist. Wir wollten Kontinuität bewahren, aber alles hat nun mal seine Grenzen, wenn die Ziele gefährdet sind. Diesen Punkt hatten wir erreicht, das haben wir gestern gemerkt. Ich freue mich nun, mit Christian Gross einen Trainer vorzustellen, der für Erfolg und Erfahrung steht und der gezeigt hat, dass er mit jungen Spielern arbeiten kann. Er will sich nun in der Bundesliga beweisen und ich bin mir sicher, dass er alles geben wird, um den VfB Stuttgart aus dieser schwierigen Lage herauszuführen. Ich hoffe, dass er schnell heimisch wird in Stuttgart, und wir werden gemeinsam versuchen, das Bestmögliche zu erreichen. Ich möchte mich nochmals bei Markus Babbel und seinem Team bedanken", so der VfB-Präsident.

"Eine ehrenvolle, aber auch schwierige Aufgabe"

Damit übergab Staudt an Christian Gross, der einen Vertrag bis zum Sommer 2011 unterschrieb. Als Co-Trainer fungiert bis zum Jahresende Jens Keller, der U19-Trainer des VfB. "Ich freue mich sehr, hier zu sein. Das ist eine ehrenvolle aber auch sehr schwierige Aufgabe. Es geht jetzt darum, das zu retten, was zu retten ist. Am Mittwoch möchte ich zuallererst gewinnen. Ich will alles rausholen aus den Spielern, damit sie und auch die Fans wieder zufrieden sind. Ich verlange von den Spielern immer volle Leidenschaft, das habe ich in den 20 Jahren, in denen ich nun Trainer bin, immer getan. Ich bin ein positiv strukturierter Mensch, der wenige negative Gefühle hat. Man kann ein Spiel verlieren, wenn der Gegner besser ist, aber wenn der Gegner schlechter war, dann explodiere ich", so Gross, der am gestrigen Samstag vom VfB mit der Anfrage des Traineramtes kontaktiert wurde. Noch heute Abend stellt er sich der Mannschaft vor und wird sogleich seine erste Trainingseinheit leiten. "Ich will sofort einen Eindruck gewinnen. Natürlich kenne ich die Spieler schon, ich will sie aber schnellstmöglich besser kennenlernen. Ich will mutige Spieler und Spieler, die den Fans etwas zurückzahlen. Ich arbeite immer leistungsorientiert und ich will den Spielern klarmachen, dass sich ihr Job lohnt. Ich verlange positive Aggressivität und dass die Spieler um jeden Ball kämpfen", sagte Christian Gross, bevor er sich in Richtung Trainingsgelände aufmachte.

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