Bundesliga, 21.02.2009

Weiter märchenhaft?

Ohne Zweifel war Aufsteiger 1899 Hoffenheim die Überraschung der Hinrunde. Denn wohl niemand hätte ernsthaft damit gerechnet, dass der Neuling als Herbstmeister die ersten 17 Partien beenden würde. Nun soll das Märchen fortgeschrieben werden.

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Es gab viele Paukenschläge in der ersten Hinrunde der TSG 1899 Hoffenheim in der höchsten deutschen Spielklasse. Die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick, am kommenden Samstag, 21. Februar, um 15.30 Uhr zu Gast in der Mercedes-Benz Arena und damit nächster VfB-Kontrahent in der Bundesliga, setzte die schon im Vorjahr in der zweiten Liga gezeigten starken Auftritte nahtlos fort und eilte auch im Oberhaus von Sieg zu Sieg. Am Ende stand die Herbstmeisterschaft und selbst Rekordmeister Bayern München hatte das Nachsehen. Der Dezember 2008 mit dem inoffiziellen Titel des Halbzeitmeisters und der spektakulären Verpflichtung von Ex-VfB-Torhüter Timo Hildebrand, der nach der Meisterschaft in Stuttgart nach Valencia ging und dort in einem von Problemen und Querelen durchsetzten Club nicht glücklich werden sollte, war ohne Zweifel der Monat von 1899. Der Januar 2009 war es dagegen nicht. Im spanischen La Manga bereitete sich das Überraschungsteam aus dem Kraichgau auf die zweite Saisonhälfte vor und wurde im Test gegen den Ligakonkurrenten Hamburger SV gleich doppelt kalt erwischt. Zum einen bekamen sich Hoffenheims Spielmacher Carlos Eduardo und der baldige Münchner Ivica Olic kurz vor Schluss derart in die Wolle, dass die beiden Streithähne nur durch das Eingreifen Dritter daran gehindert wurden, sich gänzlich die Köpfe einzuschlagen. Beide wurden nach diesem Ausraster nachträglich vom Sportgericht des Deutschen Fußballbundes gesperrt und standen ihren Teams damit zum Auftakt im Jahr 2009 nicht zur Verfügung. Weitaus schwerer als der Clinch zwischen Carlos Eduardo und Olic, die sich beide im übrigen nur wenige Stunden später schon wieder für ein Boulevardblatt geläutert und auf einem Versöhnungsfoto als gute Freunde präsentierten, wog jedoch die Verletzung, die sich Top-Torjäger Vedad Ibisevic in diesem Testmatch zuzog. Bei einem Zweikampf mit HSV-Innenverteidiger Bastian Reinhardt erlitt der Bosnier eine schwere Knieverletzung. Der Anfangsverdacht eines Kreuzbandrisses und damit einer Zwangspause von einen halben Jahr bestätigte sich zum Entsetzen des Neulings dann auch recht schnell. Damit war einer der Helden der so sensationellen Hinrunde bereits früh ausgeknockt.

Hildebrand fit für das Wiedersehen

Dass es schwer werden würde, einen Mann zu ersetzen, der in 17 Partien 18 Treffer markierte, war von vorneherein klar. Doch Hoffenheims Antwort auf den Schock der Verletzung folgte recht schnell. Denn von Werder Bremen lieh man sich in der Winterpause den dortigen Bankdrücker Boubacar Sanogo. Und der Ivorer wurde im neuen Trikot dann auch gleich seinem Ruf gerecht. Bei allen seinen bisherigen Clubs, ob in Kaiserslautern, Hamburg oder Bremen, legte Sanogo gleich in den ersten Spielen los wie die Feuerwehr und dies setzte sich dann auch bei der TSG fort. Denn zur Premiere in der neuen Rhein-Neckar-Arena, in die man nach der Winterpause umgezogen war - in der Hinrunde wurden die Heimspiel noch im Mannheimer Carl-Benz-Stadion ausgetragen, da das eigene Stadion noch nicht fertig gestellt war - steuerte Sanogo einen Treffer bei und Hoffenheim besiegte Energie Cottbus am Ende mit 2:0. Der Erfolg war auf der einen Seite zwar schön und gut, da man die Drucksituation nach der famosen Hinrunde gegen den Underdog meisterte, somit die Erfolgsserie zunächst fortsetzte und der größte Konkurrent aus München auch noch mit einer 0:1-Pleite in Hamburg gepatzt hatte, aber dennoch sollte auch am letzten Tag des so verflixten Januar 2009 bzw. danach längst nicht mehr alles nach Plan laufen. Denn zunächst musste Neuzugang Timo Hildebrand sein Debüt im Trikot von 1899 verletzungsbedingt vorzeitig beenden, anschließend holte man in Mönchengladbach nur einen Punkt und unterlag zu Hause Bayer Leverkusen klar mit 1:4. Immerhin hat Hildebrand nach einem Zusammenprall mit Namensvetter Timo Rost im Spiel gegen Cottbus seine schmerzhafte Schambeinprellung inzwischen hinter sich gebracht, ist somit wieder einsatzbereit und dürfte dem Wiedersehen mit den Ex-Kollegen in Stuttgart genauso entgegenfiebern wie Rechtsverteidiger Andreas Beck, der in der Vorwoche sein Debüt im Nationalteam gab. Die Viererkette dürften Matthias Jaissle, der zuletzt an der Wade noch lädierte Marvin Compper und Andreas Ibertsberger vervollständigen. Die Optionen in der Defensive sind Ex-Kapitän Per Nilsson, Winter-Neuzugang Fabricio und Christoph Janker. Im Mittelfeld könnten entweder Luiz Gustavo, Tobias Weis, Sejad Salihovic und Carlos Eduardo eine Raute bilden oder aber Rangnick verzichtet auf Salihovic bzw. Weis und bringt stattdessen mit Chinedi Obasi, Boubacar Sanogo und Demba Ba gleich drei Spitzen. Im defensiven Mittelfeld heißt die Alternative Isaac Vorsah, im Offensivbereich könnte auch Selim Teber zum Zug kommen. Der Joker im Angriff dürfte derweil Wellington bleiben.

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