Saison:

 
 

Samstag, 14.04.2007, 15:30 Uhr

 

VfB Stuttgart

Hannover 96

Ergebnis

2 : 1  (1 : 0)

Schiedsrichter
Zuschauer
Marc Seemann
50000
Aufstellung
1
Timo Hildebrand

3
Ricardo Osorio

6
Fernando Meira

13
Pavel Pardo

14
Alexander Farnerud

15
Arthur Boka

17
Matthieu Delpierre

18
Cacau

19
Roberto Hilbert

25
Antonio da Silva

28
Sami Khedira

1
Robert Enke

2
Vinicius

3
Dariusz Zuraw

6
Steven Cherundolo

10
Arnold Bruggink

11
Szabolcs Huszti

14
Hanno Balitsch

16
Vahid Hashemian

18
Michael Tarnat

23
Chavdar Yankov

26
Jan Rosenthal

Tore
2. Min 1:0  Roberto Hilbert
74. Min 2:1  Dariusz Zuraw
61. Min 1:1  Steven Cherundolo
     
Auswechslungen
45. Min Alexander Farnerud
  Marco Streller
48. Min Matthieu Delpierre
  Serdar Tasci
63. Min Antonio da Silva
  Daniel Bierofka
45. Min Jan Rosenthal
  Jiri Stajner
79. Min Hanno Balitsch
  Silvio Schröter
86. Min Szabolcs Huszti
  Fabian Montabell
Karten
84. Min Arthur Boka
     
80. Min Chavdar Yankov
84. Min Michael Tarnat
Trainer
Armin Veh
Dieter Hecking
 
 
 
Bundesliga, 14.04.2007

Sieg in Unterzahl

Die gesperrten Ludovic Magnin (5. gelbe Karte) und Thomas Hitzlsperger (rote Karte) musste VfB-Cheftrainer Armin Veh beim Heimspiel gegen Hannover 96 im Vergleich zum 4:2-Erfolg in der Vorwoche beim HSV ersetzen und brachte dafür Arthur Boka als Linksverteidiger in der Viererkette und Antonio da Silva im halblinken Mittelfeld. Taktisch blieb Veh derweil beim in Hamburg bewährten 4-3-3, in dem zudem Alexander Farnerud in der Offensivreihe Benny Lauth ersetzte, der wegen Adduktorenproblemen kurzfristig noch nicht einmal im Kader stand.
Von einem Auftakt nach Maß spricht man, wenn ein Team mit dem ersten Angriff der Partie gleich in Führung geht. Exakt diesen erwischte der VfB gegen die Niedersachsen, denn Alexander Farnerud flankte nach noch nicht einmal zwei Minuten von links und im Zentrum reagierte Roberto Hilbert schneller als sein Bewacher Michael Tarnat, weshalb es früh 1:0 für die Veh-Elf stand. Gegen den Schuss aus Nahdistanz von Hilbert war 96-Keeper Robert Enke ohne Abwehrchance. Auch die zweite Möglichkeit der Partie gehörte dem VfB, aber bei einem 18-Meter-Schuss von Antonio da Silva konnte Robert Enke sicher zupacken. Der Brasilianer versuchte es wenig später erneut aus der Distanz, setzte die Kugel dabei jedoch recht deutlich über den Querbalken. Auch Sami Khedira bot sich nach einer guten Viertelstunde die Gelegenheit zum Torschuss. Sein Heber vom rechten Strafraumeck ging nur hauchdünn über das Gäste-Tor. Hannover kam nach etwas mehr als 18 Minuten erstmals gefährlich vor das VfB-Gehäuse.

Zwei gefährliche Freistöße

Einen Freistoß des Niederländers Arnold Bruggink aus gut 20 Metern fischte Timo Hildebrand aber gekonnt aus dem rechten oberen Eck und verhinderte damit Schlimmeres. Mitte der ersten Hälfte ließ der VfB Hannover dann etwas mehr kommen und lauerte bei sommerlichen Temperaturen

Top

auf Konterchancen, die sich zwar teilweise boten, aber nicht mit letzter Konsequenz und einer zu hohen Fehlerquote beim entscheidenden Pass zu Ende gespielt wurden oder allzu oft im Abseits endeten. So spielte sich das Geschehen lange Zeit ohne große Höhepunkte zwischen den beiden Strafräumen ab, auch weil von beiden Teams das Tempo nicht allzu hoch gehalten wurde. Erst zehn Minuten vor der Pause wurde es deshalb mal wieder annährend gefährlich. Nach einem Einwurf von Hanno Balitsch bot sich Vahid Hashemian im Strafraum aus Nahdistanz die Möglichkeit zum Abschluss, aber der Iraner zögerte zu lange, weshalb das VfB-Tor nicht in Gefahr geriet. Auf VfB-Seite verpasste Alexander Farnerud nach einem feinen Pass von Antonio da Silva vier Minuten vor der Pause den Abschluss zur rechten Zeit, weshalb sein Versuch aus halblinker Position eine verunglückte Mischung aus einem Torschuss und einer Flanke wurde, die letztlich ungefährlich blieb. Hannovers zweite echte Torchance resultierte indes kurz vor dem Pausenpfiff wiederum aus einem Freistoß. Den hart getretenen Ball aus großer Distanz von Verteidiger Vinicius wehrte Timo Hildebrand aber mit den Fäusten ab und sicherte damit seinen Farben die knappe 1:0-Pausenführung.

Cherundolos fulminanter Ausgleich

Im zweiten Durchgang kam bei beiden Teams jeweils eine frische Kraft zum Einsatz. Auf Seiten des VfB ersetzte Marco Streller Alexander Farnerud, was gleichbedeutend mit einer Umstellung auf ein 4-4-2 war, und bei Hannover kam Jiri Stajner für den ohnehin schon leicht angeschlagen ins Spiel gegangenen Jan Rosenthal zum Zug. In Minute 48 wechselte Armin Veh dann gleich noch einmal. Serdar Tasci nahm den Platz von Matthieu Dellpierre in der Innenverteidigung ein, da der Franzose nach einem Foul kurz vor der gelben Karte stand und im Falle einer Verwarnung im Spitzenspiel am kommenden Wochenende gegen den FC Bayern gesperrt gewesen wäre. Fußballerisch ging es mit einem Distanzschuss von Chavdar Yankov weiter, den Timo Hildebrand jedoch sicher abfangen konnte. Was Delpierre durch seine Auswechslung erspart blieb, widerfuhr derweil wenig später Arthur Boka. Nach einem Foul an der Eckfahne sah der Ivorer seine fünfte gelbe Karte der Saison. Antonio da Silva hätte unterdessen nach einer knappen Stunde mit einem Versuch aus großer Distanz 96-Keeper Robert Enke beinahe düpiert, da der Nationaltorwart etwas zu weit vor seinem Kasten gestanden war und die Kugel letztlich nur mit Mühe über den Querbalken lenken konnte. Statt 2:0 hieß es Sekunden später aber 1:1, denn der VfB wurde für sein zu passives Spiel bestraft. Nachdem Arnold Bruggink zunächst eine Hereingabe von der rechten Seite nicht voll erwischte, bot sich Szabolcs Huszti die Möglichkeit von links zu flanken. Im Zentrum hatte Vahid Hashemian zwar Probleme, das Spielgerät zu kontrollieren, was jedoch Steven Cherundolo in Schussposition brachte. Gegen den satten Abschluss des US-Amerikaners war Timo Hildebrand chancenlos. Der Ball klatschte von der Lattenunterkante zum Ausgleich ins Tor. Armin Veh reagierte darauf umgehend und brachte mit Daniel Bierofka für Antonio da Silva eine frische Offensivkraft in die Partie.

Kurioses Eigentor und Rot gegen Boka

Der VfB tat sich indes nach dem 1:1 schwer, ins Spiel zurückzufinden bzw. sich klare Chancen zu erspielen. Vielmehr hätten die Gäste zwanzig Minuten vor dem Ende erhöhen können, als Vinicius im Anschluss an eine Tarnat-Ecke aus spitzem Winkel völlig frei zum Schuss kam, das Ziel aber zum Glück der Veh-Elf verfehlte. Die neuerliche Führung des VfB nach 74 Minuten kam dann nicht zuletzt aufgrund ihrer Entstehung eher überraschend und glücklich zustande. Cacau bediente in zentraler Position mit einem Zuspiel Marco Streller, der den aus seinem Tor gelaufenen Robert Enke überhob. Allerdings waren Hanno Balitsch und Dariusz Zuraw mit zurückgeeilt, doch statt das Spielgerät aus der Gefahrenzone zu schlagen, beförderten die beiden Gäste-Spieler die Kugel gemeinsam auf kuriose Art und Weise über die Linie des eigenen Tores zum von den VfB-Fans viel umjubelten 2:1. Einer der beiden Unglücksraben, nämlich Hanno Balitsch, musste elf Minuten vor dem Ende auf Seiten der Niedersachsen dann Silvio Schröter Platz machen, womit Gäste-Trainer Dieter Hecking seine Offensivabteilung verstärkte. Die nächste halbe Chance hatte derweil Vinicius, der bei einer Ecke zum Kopfball kam, den Ball aber links am Kasten vorbeisetzte. Im Gegenzug scheiterte dann Marco Streller ebenfalls per Kopf nach einer Flanke von Daniel Bierofka am aufmerksamen Robert Enke. Für den negativen Höhepunkt aus VfB-Sicht sorgte Arthur Boka sechs Minuten vor dem Ende, der im Mittelfeld Arnold Bruggink von den Beinen holte und dafür von Schiedsrichter Marc Seemann glatt rot sah. Dieter Hecking reagierte auf die Überzahl seiner Elf umgehend und brachte mit Fabian Montabell für Szabolcs Huszti einen weiteren Stürmer ins Spiel, in dem Chavdar Yankov Timo Hildebrand mit einem Schuss von der Strafraumgrenze nicht überwinden konnte. Wesentlich knapper war es eine Minute später, als eben der eingewechselte Montabell in halbrechter Position freistehend verzog. Bereits in der Nachspielzeit vergab Cacau noch eine Konterchance und damit die letzte Gelegenheit der Partie.

Der VfB landete am 29. Spieltag einen 2:1-Arbeitssieg gegen Hannover 96. Nach der schnellen Führung versäumte es die Veh-Elf bei sommerlichen Temperaturen frühzeitig nachzulegen. Stattdessen ließ man sich immer mehr einlullen und kassierte nach einer Stunde den zu dieser Zeit verdienten Ausgleich. Ein kurioses Eigentor rettete einen am Ende nach der überflüssigen roten Karte gegen Arthur Boka dezimierten VfB und sicherte drei glückliche Punkte gegen eine keineswegs enttäuschende Mannschaft von Hannover 96.

Stimmen zum Spiel Top